Niedrige Bauzinsen – so klappt es mit der Baufinanzierung 2020

Wichtig: Zusatzkosten bei der Baufinanzierung beachten!

Die Bauzinsen in Österreich befinden sich nach wie vor in einer historischen Tiefphase, auch wenn es zuletzt Anzeichen einer leichten Erhöhung gegeben hat. Wer sich also den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchten, findet aktuell sehr gute Bedingungen vor.

Bevor es jedoch an den Hauskauf und die Wahl einer passenden Immobilie geht, muss selbstverständlich die Finanzierung gesichert sein. Doch was macht eine gute Baufinanzierung aus? Und was ist bei der Wahl des Anbieters zu berücksichtigen?

Die Zinsen entscheiden und haben viele Einflussfaktoren

Gerade bei einer Baufinanzierung haben die Zinsen eine massive Auswirkung auf die Kosten. Schließlich bezahlen Kreditnehmer den Zinssatz im Normalfall über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren. Darüber hinaus handelt es sich nicht selten um hohe Kreditsummen von mehreren Hunderttausend Euro.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich vorher den Markt genau anzuschauen. Heute lassen sich beispielsweise online ganz bequem die Zinsen vergleichen, um so einen Anbieter mit einer attraktiven Zinspolitik zu finden.

Wichtig: Zusatzkosten bei der Baufinanzierung beachten!

Darüber hinaus existieren jedoch auch noch weitere individuelle Faktoren, die den Zinssatz beeinflussen:

1. Das Eigenkapital spielt eine wichtige Rolle

Wenn Banken eine Baufinanzierung vergeben, stellt dies stets auch ein gewisses Risiko dar. Je geringer das Ausfallrisiko dabei ausfällt, desto günstiger ist am Ende die Finanzierung. Der Kredit wird zudem über ein Grundpfandrecht (Hypothek oder Grundschuld) besichert. Bei einem Zahlungsausfall kann die Bank die Immobilie über eine Zwangsversteigerung verwerten und daraus den offenen Kreditbetrag zurückerhalten.

Hier kommt das Eigenkapital ins Spiel: Je mehr Eigenkapital ein Kreditnehmer einbringen kann, desto geringer fällt die Beleihung (Besicherung) aus. Eine geringe Beleihung bringt ein geringeres Ausfallrisiko mit sich, so dass die Bank einen hohen Eigenkapitalanteil mit geringeren Zinsen belohnen kann. Eigenkapitalquoten von ca. 20% haben sich als äußerst sinnvoll erwiesen.

  • Tipp: Auch Eigenleistungen beim Bau einer Immobilie können als Eigenkapital anerkannt werden. Hier sollten Kreditnehmer mit dem jeweiligen Anbieter sprechen und anfragen, wie in dieser Hinsicht die Bewertung ausfällt.

2. Die Länge der Zinsbindung ist ebenfalls wichtig

Natürlich spielt auch die Länge der Zinsbindung eine wichtige Rolle für die Höhe der Zinsen. Die Zinsbindung sichert Kreditnehmer ab, da in diesem Zeitraum der Zinssatz konstant bleibt. Allgemeine Veränderungen des Zinsniveaus während der Laufzeit haben dann also keinen Einfluss auf den Kreditzins.

Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sorgen lange Zinsbindungen dafür, dass sich Kreditnehmer die günstigen Zinsen eine kleine Ewigkeit sichern können. Zeiträume von 15-30 Jahren sind dabei durchaus normal. Hierbei gilt: Je länger die Zinsbindung gewählt wird, desto höher fällt der Zinssatz aus.

3. Persönliche Bonität

Die persönliche Bonität ist ein weiterer Faktor, der sich auf die Höhe der individuellen Zinsen auswirkt. Dabei schaut sich die Bank die regelmäßigen Einnahmen des Kreditnehmers an und setzt diese ins Verhältnis zu den regelmäßigen Ausgaben. Der Differenzbetrag steht monatlich für den Schuldendienst zur Verfügung. Auf diese Weise lässt sich ermitteln, ob die eigenen finanziellen Mittel ausreichen, um eine bestimmte Kreditsumme überhaupt stemmen zu können.

Welche Leistungsmerkmale sind noch wichtig?

Neben den Kosten existieren natürlich auch noch weitere Leistungsmerkmale, die wichtig sein können:

  • Sondertilgungen (ohne Zahlung einer Entschädigung)
  • Bereitstellungszinsen (beim Hausbau und der schrittweisen Entnahme der Kreditsumme entscheidend – am besten eine möglichst lange zinsfreie Zeit)
  • Lassen sich Fördermittel nutzen? (jedes Bundesland bietet individuelle Förderungen)

Darüber hinaus sollten sich Kreditnehmer bereits vorher über die Höhe der anfänglichen Tilgung Gedanken machen. Je höher diese angesetzt wird, desto höher fällt die monatliche Rate aus. Im Gegenzug sorgt eine hohe Tilgung jedoch auch dafür, dass das Baudarlehen schneller abgezahlt wird.

Darüber hinaus schlagen so die Zinskosten in geringerem Umfang zu Buche, weil der vereinbarte Zinssatz über einen kürzeren Zeitraum hinweg bezahlt werden muss. Die Kostenunterschiede können in diesem Bereich durchaus vier- bis fünstellige Euro-Beträge ausmachen. Aus diesem Grund gilt für die Festsetzung der Tilgung:

  • 1. Die Rate so hoch wie möglich ansetzen
  • 2. Die Rate so niedrig wie nötig ansetzen

Werden diese beiden Aspekte befolgt, bleibt die Rate bezahlbar, und es erfolgt trotzdem eine schnellstmögliche Tilgung des Baukredits.

Mit der richtigen Vorbereitung wird die Baufinanzierung ein Erfolg!

  • Eine Bau- oder Immobilienfinanzierung stellt für die meisten Menschen zweifellos das größte finanzielle Projekt ihres Lebens dar.
  • Aus diesem Grund ist es wichtig, sich einen solchen Schritt genau zu überlegen und eine sorgfältige Planung vorzunehmen. Wer sich vorher über die eigenen finanziellen Möglichkeiten im Klaren ist, hat es einfacher, ein realistisches Projekt ins Auge zu fassen.

Darüber hinaus ist es natürlich wichtig, im Bereich der Finanzierung die Kosten möglichst niedrig zu halten. Dies funktioniert am besten über genug Eigenkapital und eine sorgfältige Anbieterwahl. Wer mehrere Angebote vergleicht und sich am Ende für den Baukredit entscheidet, der alle nötigen Leistungsmerkmale möglichst günstig zur Verfügung stellt, hat alles richtig gemacht.

Zu guter Letzt gilt es noch, die anfängliche Tilgung möglichst hoch, trotzdem finanziell machbar anzusetzen, um die Zinskosten weiter zu minimieren. Mit diesem Vorgehen sind die wichtigsten Schritte zu einer erfolgreichen und günstigen Immobilienfinanzierung getan.