Welche Pflanzen brauchen Kalk?

Freude am Garteln und an der Natur erleben - schöne Pflanzen dank Kalk & Bodenproben! Bild: @donya.gjerdingen via Twenty20

Im Garten gibt es sehr viele unterschiedliche Pflanzenarten. Manche mögen Kalk, andere lieben einen sauren oder neutralen Boden zum Wachsen. Der pH-Wert im Boden gibt an, ob der Boden im sauren Bereich, neutral oder im alkalischen Bereich ist. Wenn der Boden gekalkt wird, steigt der pH-Wert an.

Mit Kalk können Sie den Boden in den alkalischen Bereich bringen. Der Boden sollte allerdings nur gekalkt werden, wenn auch ein Kalkmangel im Boden herrscht. Auch Eierschalen und Asche kann als Dünger für den alkalischen Bereich dienen. Nachfolgend sind verschiedene Pflanzen aufgeführt, die Kalk als Dünger mögen.

Blumen die Kalk mögen

Bei den Balkonblumen mögen Fuchsien, Geranien und Astern einen Boden mit Kalk. Auch Rosen mögen einen kalkhaltigen Boden.

Größere Gartenblumen wie zum Beispiel Pfingstrosen, Gladiolen und Chrysanthemen lieben auch einen Boden im alkalischen Bereich. Des Weiteren mögen Akelei, Alpenveilchen, Berberitzen, blühende Stauden, Christrosen, Garten-Kugeldistel, Garten-Silberwurz, kleine Schneeglöckchen, Nelken, Spiraea (Spiersträucher) und Walzenwolfsmilch einen kalkhaltigen Boden.

Welche Gemüsesorten mögen Kalk?

Auch die meisten Gemüsesorten mögen einen kalkhaltigen Boden im alkalischen Bereich.

Besonders die Starkzehrer wie zum Beispiel Kartoffeln, Kohlarten, Rüben und Tomaten bevorzugen Kalk im Boden. Spargel, Lauch und Zwiebeln wachsen auch besser auf kalkhaltigen Böden. Des Weiteren mögen Grünspargel, Karotten, Knoblauch, Porree, Rosenkohl, Sellerie und Zichoriensalat eine kalkhaltige Düngung oder einen kalkhaltigen Boden.

Welche Kräuter mögen Kalk?

  • Bei den Kräutern gibt es auch einige, die gern auf einem kalkhaltigen Boden stehen. Das sind zum Beispiel Lavendel, Oregano, Schnittlauch, Borretsch, Salbei und Waldmeister.

Welche Obstsorten mögen Kalk als Dünger?

Auch Obstbäume und Obststräucher mögen einen kalkhaltigen Boden. Bei den Obststräuchern sind es vor allem Himbeeren, Erdbeeren, Weintrauben und Stachelbeeren, die den kalkhaltigen Boden bevorzugen. Bei Obstbäumen sind es die verschiedenen Apfelsorten, Birnen, Pfirsich, Süßkirschen und auch die Pflaumen.

Welche Sträucher mögen Kalk?

Hecken und Sträucher mögen auch einen kalkhaltigen Boden. Besonders kalkliebend ist der Buchsbaum. Beim Buchsbaum kann mit einer zusätzlichen Kalkstreuung auch der Buchsbaumzünsler vertrieben werden.

Buchsbaumzünsler sind die Schädlinge, die oft auf den Blättern vom Buchsbaum zu sehen sind. Des Weiteren mögen Efeu, gewöhnliche Felsenbirnen, Hecken, Holunder, Schmetterlingsflieder, Seidelbast und sonstige Sträucher auch gern einen kalkhaltigen Boden.

Wann sollten Sie den Boden kalken?

Im Winter sowie im Sommer soll der Boden nicht gekalkt werden. Die beste Zeit, um den Boden zu kalken, ist das Frühjahr. Der Boden sollte nicht mehr gefroren sein. Denn der Kalk reagiert im Boden und kann dann seine Wirkung entfalten. Am besten düngen Sie den Boden an einem bewölkten und windstillen Tag. Bevor Sie den Boden kalken, können Sie den ph-Wert im Boden messen. Es gibt dafür einen pH-Boden-Schnell-Test oder einen digitalen Bodentester.

Alternativ zur Bodenmessung können Sie auch auf bestimmte Zeigerpflanzen achten. Ist der Boden im sauren Bereich, wachsen im Boden Ackerschachtelhalm, Sternmiere, Sauerampfer, Moose, Sand-Stiefmütterchen oder Acker-Hundskamille.

Ist der Boden im alkalischen Bereich (über 7), wachsen im Boden zum Beispiel Brennnessel, Taubnessel, Klee und Hirtentäschel. Manche Pflanzen zeigen auch Merkmale, dass ein Kalkmangel im Boden vorliegt. Wenn die Pflanzen vergilbte Blätter, braune Flecken oder vertrocknete Triebspitzen bekommen, liegt oft ein Kalkmangel vor.

Der Boden kann gut im Frühjahr und im Herbst mit Kalk gedüngt werden. In diesen Zeiten sind die Bedingungen für eine Kalkung ideal. Am besten Sie düngen den Boden mit Kalk, 14 Tage bevor Sie etwas aussäen. Durch die Kalkung wird die Bodenstruktur verbessert, Kalk steigert die biologische Aktivität und das Wurzelwachstum verbessert sich.

Wenn Sie dann Samen aussäen, wächst er schneller, bringt einen höheren Ertrag und die Pflanzen werden robuster gegenüber Schädlingen. Das Kalken im Herbst bereitet den Boden für das nächste Gartenjahr und die nächste Ernte vor. Im Herbst eignet sich der Oktober gut für eine Kalkung des Bodens. Kalken Sie auch im Herbst den Boden am besten, wenn es windstill ist und der Boden nicht gefroren ist.

Welche Pflanzen mögen Kalk nicht?

Es gibt auch kalkempfindliche Pflanzen und Pflanzen, die Kalk nicht mögen.

  • Kalkempfindliche Blumen sind zum Beispiel die Anemonen, Engelstrompete, Erika, Lilien, Lupinen, das Maiglöckchen, Osterglocken, Phlox, Stiefmütterchen und die Begonien.
  • Bei den Gemüsesorten sind es die Gurken, der Kürbis, die Radieschen, die Steckrüben und der Rettich, die lieber einen sauren Boden ohne Kalk mögen.

Unter den Kräutern sind es die Pfefferminze sowie auch die Petersilie. Beim Obst sind es die Blaubeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kastanien, Preiselbeeren, Wassermelonen und der Rhabarber, die Kalk nicht mögen.

Bei den Sträuchern sind Azaleen, Hortensien, Kamelien, Magnolien, roter Hartriegel, Hauswurz (Sempervivum), Glockenheide, gewöhnlicher Tüpfelfarn, chinesischer Blauregen und der Rhododendron besonders kalkempfindlich.

Natürliche Düngung durch Eierschalen

Dünger aus Eierschalen können Sie selbst in der Küche ansammeln. Dafür können die Eierschalen in einem Glas gesammelt werden. Wenn das Glas voll ist, können die Eierschalen in einer kleinen Schüssel in die Mikrowelle gegeben werden. Durch die Hitze in der Mikrowelle werden die Eierschalen keimfrei. Dann die Eierschalen wieder in ein Glas geben und zerdrücken, sodass sie in kleinere Stücke zerbrechen. Wer einen Thermomix hat, kann sie auch im Thermomix pulverisieren.

Beim Thermomix die Eierschalen 1 Minute auf Stufe 10 hineingeben. 10 Minuten warten, bis sich der Dunst aus Pulver gelegt hat. Dann das Pulver zurück in ein Glas geben. 100 g Kalkdünger können auf 1 Quadratmeter Gartenbeet eingebracht werden. Zusätzlich kann auch eine Schicht Kalkdünger auf den Kompost gegeben werden. Einfache Eierschalen am Kompost lösen sich nicht einfach auf. Deswegen ist die Methode mit der Mikrowelle und dem Thermomix sinnvoll.

Welche Kalkarten gibt es noch?

Für humusreiche Böden eignen sich am besten Algenkalk und kohlensaurer Kalk. Bei einem schweren Lehmboden bevorzugen Sie am besten Branntkalk als Dünger. Leichte und mittlere Böden im Garten können Sie gut mit Gartenkalk oder Gesteinsmehl düngen.

Der Kalk sollte im Frühjahr tief in die Erde eingearbeitet werden. Im Herbst können Sie den Boden auch kalken. Wenn Sie zu viel kalken, bewirken Sie genau das Gegenteil. Im Normalfall reicht es aus, wenn Sie den Boden alle drei Jahre mit 100 g oder 150 g kohlensauren Kalk pro Quadratmeter bestreuen.