Immobilienfinanzierung berechnen in Österreich – Ratgeber & Tipps

Der Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie stellt für viele Einzelpersonen und Familien die Erfüllung eines lang ersehnten Traumes dar. Eine Hürde, welche auf dem Weg zum Eigenheim überwunden werden muss ist die entsprechende Finanzierung einer solchen Immobilie.

Diese Finanzierung wird in der Regel durch die Aufnahme eines Kredits oder eines Darlehens in benötigter Höhe, sowie einer der eigenen finanziellen Lage entsprechenden Anzahlung, bewerkstelligt. Diese Möglichkeit gilt außerdem für die Finanzierung größerer Sanierungen der eigenen Immobilie.

Immobilienkredit Vergleich im Dezember 2022 in Österreich

Damit bei der Finanzierung Einers solchen Vorhabens keine Komplikationen und Probleme entstehen, sollten einige Faktoren beachtet und eine gewisse Vorarbeit geleistet werden. Der folgende Text informiert daher über zu beachtende Komponenten einer Immobilienfinanzierung in Österreich.

Welche Kosten erwarten Besitzer beim Hauskauf?

Um einen Kredit zur Finanzierung einer Immobilie aufnehmen zu können, muss zunächst ein umfangreicher Finanzplan erstellt werden. Wichtigster Faktor dieses Plans sind die einzeln aufgeführten Kosten. Dementsprechend sollten potenzielle Käufer zunächst alle möglichen Kosten geordnet aufführen.

Kaufsumme & Nebenkosten beachten

Hierbei sollte neben der Kaufsumme für Grundstück, Haus oder Wohnung zunächst bedacht werden, dass im Fall des Einsatzes eines Immobilienmaklers auch Gebühren für jenen Service anfallen. In der Regel beträgt die Provision eins Maklers satte drei Prozent der Kaufsumme. Die Summe wird jedoch im Vorhinein vereinbart und kann somit variieren.

  • Neben diesem Kostenfaktor muss außerdem die entsprechende Grunderwerbssteuer ans Finanzamt bezahlt werden. In Österreich beträgt diese 3,5 Prozent der Summe, sowie ein Prozent an Abgaben für den Eintrag ins Grundbuch.
    Ebenso wird im Normalfall ein Anwalt zur Erstellung eines rechtlich gültigen Kaufvertrages benötigt. Das Honorar variiert in diesem Fall je nach Anwalt und dessen derzeitigem
  • Beschäftigungsgrad. Zur Orientierung dient hier jedoch ebenfalls ungefähr ein Prozent der Kaufsumme als Rechnung.  Somit ist alleine für die Kaufnebenkosten eine Summe von 7,5 Prozent bis neun Prozent der ursprünglichen Kaufsumme zu erwarten.

Bei der Berechnung des finanziellen Spielraums für eine Immobilienfinanzierung ist wichtig, auf die eigene persönliche Situation, Rücklagen, Einnahmen & Ausgaben sowie weitere Faktoren zu achten. Ein Beratungsgespräch bei einer unabhängigen Finanzberatung kann hier helfen!

Welche Faktoren sollte man beim Hauskauf kennen?

Als Kreditsuchender im Fall einer Immobilienfinanzierung sollten einige Begriffe und Faktoren geläufig sein. Diese Faktoren beeinflussen den Kaufprozess, sowie die Finanzierung massiv und werden daher im folgenden Teil des Textes erläutert. Hierzu gehören:

  • Seriöser Geldgeber
  • Eigenkapital
  • Rate
  • Laufzeit
  • Kosten
  • Sondertilgungen
  • Sicherheiten

Großes Projekt: Der richtige Partner ist entscheidend!

Die Finanzierung einer Immobilie gehört zu den komplexesten und aufwendigsten Finanzierungen für Privatpersonen oder Familien. Dementsprechend ist es umso bedeutsamer, sich neben der Auseinandersetzung mit der generellen Thematik, auch ausreichend über potenzielle Partner wie Banken und Bauunternehmen zu informieren. Hierbei sollte besonders auch Fachkenntnis, Seriosität und Erfahrungen der Partner gehen. Einen ersten Überblick bieten hierbei in der Regel öffentlich zugängliche Bewertungen und Rezensionen.

Wichtige Faktor: Das Eigenkapital

Die Entwicklung der Immobilienbranche zeigt, dass der Anteil an Eigenkapital für eine Immobilienfinanzierung immer wichtiger wird. Um besonders günstige Zinskonditionen zu erhalten sollte die Eigenkapitalquote zur Finanzierung bei etwa 25 bis 35 Prozent der benötigten Kaufsumme liegen.

Ein hohes Eigenkapital minimiert das Risiko für die Banken, welche das Geld zur Verfügung stellen. Dementsprechend sind diese Banken bei hohen Eigenkapital Einlagen eher bereit, einen niedrigen Zinssatz zu gewähren. Ebenso hat ein höheres Eigenkapital zur Folge, dass die monatlich zu bezahlende Rate niedriger ausfällt.

Monatlich zu bezahlen: Die Raten

Ein wesentlicher Bestandteil einer Immobilienfinanzierung ist die vor Finanzierungsbeginn festzulegende Kreditrate. Diese wird unter anderem von der Kaufsumme, dem eingebrachten Eigenkapital, sowie der Laufzeit der Finanzierung beeinflusst.

  • Bei der Festlegung der Kreditrate sollte unbedingt beachtet werden, dass diese Summe das monatliche Einkommen keinesfalls übersteigt. Generell sollte trotz Immobilienfinanzierung monatlich noch genug Geld vorhanden sein, um ein unbeschwertes Leben bestreiten zu können.
  • Um erste Anhaltspunkte zu gewinnen empfiehlt sich hierbei eine monatliche Einnahmen- und Ausgabenrechnung, um sein Budget festzulegen. Bei der Festlegung einer realistischen Summe werden potenzielle Käufer jedoch ebenso von der entsprechenden Bank unterstützt.
  • Tipps zum Thema Baufinanzierung gibt es auch zum Nachlesen im Ratgeber der Arbeiterkammer OÖ zum Thema!

Laufzeit der Finanzierung

Wie bereits erwähnt sind die Laufzeit einer Finanzierung und die entsprechende Kreditrate eng miteinander verknüpft. Auch die Laufzeit sollte möglichst realistisch festgelegt werden und den eigenen Lebensumständen angepasst werden. In der Regel liegt die Laufzeit einer Immobilienfinanzierung bei ungefähr zwanzig Jahren. Diese Zeit kann jedoch je nach Umständen wie Einnahmen, Aushaben und derzeitiger Wirtschaftslage variieren. In Zeiten der niedrigen Zinsen empfiehlt sich in der Regel eine kurze Laufzeit um mögliche Zinserhöhungen zu vermeiden.

Im Blick behalten: Die Kosten

Allein aus organisatorischen Gründen sollten die anfallenden Kosten einer Finanzierungen von potenziellen Käufern stets im Blick gehalten werden. Wie eingangs erwähnt betragen die Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie in der Regel zwischen 7,5 Prozent und neun Prozent der Kaufsumme.
Ebenso fallen einer Immobilienfinanzierung die Kreditzinsen als Kosten an. Diese sind die Gebühr dafür, dass das Geld von den Banken zur Finanzierung des Eigenheims zur Verfügung gestellt wird. Die Summe der Kreditzinsen wird dabei ebenfalls vor Finanzierungsbeginn festgelegt.
Außerdem ist es möglich, dass weitere Gebühren wie Gebühren für Bearbeitung und Kontoführung anfallen. Diese variieren je nach Vorhaben und Anbieter.

Zahlung außerhalb des Plans: Sondertilgung

Neben der regelmäßigen Zahlung der zuvor vereinbarten Raten und Summen, gibt es auch die Möglichkeit der Sondertilgung. Der Begriff Sondertilgung beschreibt dabei die vorzeitige Rückzahlung eines Kredits oder zumindest der Teilsumme einer fälligen Kreditsumme.

  • Eine solche Sondertilgung macht besonders dann Sinn, wenn außerplanmäßig viel Geld erwirtschaftet wurde und dementsprechend mehr Kapital zur Tilgung der Finanzierungsgebühren zur Verfügung steht.
  • Dies sollte in der Regel in Zeiten der niedrigen Zinsen passieren, da so das Risiko einer Zinserhöhung minimiert wird.Inwiefern eine Sondertilgung möglich ist, variiert dabei je nach Finanzierung und vorher vereinbarten Vertragskomponenten.

Kein Geld zu verschenken: Sicherheiten in der Immobilienfinanzierung

Auch wenn die Bank vorm Gewähren eines Kredites die finanzielle Situation des Anwärters ausgiebig prüft, werden in der Regel zusätzliche Sicherheiten gefordert. Auf jene Sicherheiten wird der Bank zugriff gewährt, sollte ein potenzieller Käufer einer Immobilie, seine Raten nicht mehr Zahlen könne.

Der Grund der Zahlungsunfähigkeit spielt hierbei keine Rolle. Als Grundlage solcher Sicherheiten dient in der Regel die erstrangige Grundschuld, welche zwischen 60 und 80 Prozent des festgelegten Verkehrswert der zu finanzierenden Immobilie beträgt. Jedoch können ebenso weitere Wertgegenstände als Absicherung dienen.

Hierzu gehören:

  • weitere Immobilien
  • Wertpapiere
  • Vermögensgegenstände
  • Versicherungsverträge
  • Bausparverträge

Bei der Auswahl entsprechender Sicherheiten ist ebenfalls zu beachten, dass die zu zahlenden Kreditsummen und weitere Kosten positiv von einem erhöhten Sicherheitsgefühl der Banken beeinflusst werden können.

Fazit: Die richtige Planung ist entscheidend!

Wie bereits erwähnt stellt die Immobilienfinanzierung die wohl umfangreichste und komplexeste Finanzierung im Leben einer durchschnittlichen Privatperson dar. Dementsprechend sollte die Organisation und Planung des Vorhabens stets aufmerksam erfolgen. Dies gilt sowohl für die Auswahl der richtigen Partner für das Projekt, sowie für generelle Komponenten wie: Standort und Größe der Immobilie, Baupläne und rechtliche Fragen.