Löwenzahn und Giersch bekämpfen – Anleitung, Tipps, Hausmittel & Unkraut – Fragen & Antworten

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Unkraut ist keine schöne Sache. Egal ob im eigenen Garten oder auf dem Grundstück, man möchte es so schnell wie möglich losbekommen. Löwenzahn und Giersch sind die Klassiker unter den Unkräutern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Unkraut nachhaltig und ohne schädigende Mittel beseitigen können.

Löwenzahn bekämpfen, Schritt für Schritt

  • Wer Löwenzahn bekämpfen möchte, muss die Samenbildung verhindern. Die Blütenköpfe der Pflanze sollten abgeschnitten werden, sobald diese verblühen.
  • So können auch noch die Bienen von dem Nektar profitieren. Durch das Abschneiden werden Samenflug und die Vermehrung von Löwenzahn verhindert.

Wie wird man Löwenzahn dauerhaft los?

Wer Löwenzahn dauerhaft aus dem Garten entfernen möchte, muss die Pflanze von der Wurzel bis zur Blüte vollständig entfernen. Löwenzahn kann nur schwer per Hand herausgezogen werden. Die Pfahlwurzeln des Löwenzahns können bis zu zwei Meter in den Boden reichen.

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Wenn der Löwenzahn per Hand herausgezogen wird, bildet sich schnell eine neue Pflanze an der gleichen Stelle. Mit dem richtigen Werkzeug kann Löwenzahn wesentlich leichter entfernt werden. Unkrautstecher unterstützen Sie darin, die Pusteblumen besonders leicht zu entfernen. Das Werkzeug ist bereits für wenige Euro im Discounter erhältlich.

Unkraut entfernen mithilfe von einem Unkrautstecher

  • Der Unkraut- auch Löwenzahnstecher genannt, ähnelt einer Kreuzung aus schmalen Schaufeln und einem Schuhlöffel.
  • Sie stechen unmittelbar neben der Wurzel der Pflanze in den Boden und lockern die Erde durch leichtes hebeln.

Gute Modelle verfügen über viele, metallene Zähne an der Seite. Wenn Sie neben dem Löwenzahn einstechen und den Stecher mit einer halben Drehung bewegen, kann der Löwenzahn problemlos herausgezogen werden. Unkrautstecher mit langem Stiel sind besonders rückenschonend. Sie können das Unkraut entfernen, ohne sich zu bücken. Als alternatives Werkzeug dient ein langes Küchenmesser.

Im Kampf gegen Löwenzahn mit Chemie

Vor allem bei jungen Pflanzen sollten keine chemischen Unkrautvernichter eingesetzt werden. Die Chemikalien werden von der Pflanze aufgenommen und benötigen eine große Oberfläche. Die Samenreife sollte unmittelbar bevorstehen.

Die Pflanze ist dann groß genug und kann mit Rücksicht auf die umgebenen Pflanzen behandelt werden. Unkrautvernichter schädigen jedoch auch andere Pflanzen und den Boden. Außerdem gelangt das Düngemittel über den Regen in das Grundwasser.

Zudem können Pflanzen eine Resistenz gegenüber Unkrautvernichtern bilden. Die Pflanzen reagieren nicht mehr auf den Unkrautvernichter und sind nur schwer zu bekämpfen. Chemie sollte immer nur als Notlösung eingesetzt werden.

In keinem Fall Salz und Essig verwenden

Unter Hobbygärtnern herrscht der Trend, pures Salz auf das Unkraut zu geben. Auch Essigwasser wird immer häufiger im Kampf gegen Unkraut eingesetzt. Boden, Grundwasser und Pflanzen können durch den Einsatz von Essig extrem geschädigt werden. Zudem dürfen Essig und Salz nicht auf gepflasterten Höfen oder in betonierten Garagenzufahrten verwendet werden.

Salz und Essig gelangen so unmittelbar in die Kanalisation und anschließend in die Klärwerke. Die Wasseraufbereitung kann durch einen hohen Gehalt an Salz nachteilig beeinflusst werden. Mikroorganismen, welche Gift- und Schmutzstoffe aus dem Wasser entfernen, werden selbst zerstört. Demnach herrscht aktuell auch ein gesetzliches Verbot gegen den Einsatz von Salz und Essig.

Was tun, wenn sich der Löwenzahn stark verbreitet?

Wenn der Rasen zu großen Teilen aus Löwenzahn besteht, können unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden.

  • Zunächst sollten bis zu 50 Zentimeter des Bodens abgetragen, durchgesiebt und mit frischer Erde überdeckelt werden. Es ist wichtig, etwaige Wurzelteile mit dem Sieb zu entfernen. Geben Sie die Pflanzenreste nicht auf den Kompost, sonst kann sich der Löwenzahn erneut ausbreiten.
  • Auch das Umgraben ist eine Möglichkeit, Unkraut loszuwerden. Die oberste Schicht der Pflanzen muss zunächst abgetragen werden. Anschließend wird die betroffene Fläche umgegraben und für zwei Wochen in Ruhe gelassen.

Alle bisher gewachsenen Pflanzen sollten nach den zwei Wochen entfernt werden und die Fläche erneut umgegraben werden. Wurde das zwei bis drei Mal gemacht, kann der Rasen erneut gesät und neue Beetpflanzen eingesetzt werden.

Frische Erde kann über die Gemeinde meist umsonst bezogen werden.

Nachbargrundstück bedenken

  • Wer in der Nähe von Wildwiesen oder Nachbarn wohnt, die Löwenzahn nicht bekämpfen, kann nicht wirklich etwas tun. Sobald die nächste Samenreife vor der Tür steht, fliegen die Pollen erneut auf Ihr Grundstück.
  • Löwenzahn zu bekämpfen kann eine langwierige Sache sein. Oftmals kann es mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bis der Löwenzahn beseitigt ist. Mit der Zeit werden es aber zunehmend weniger Pflanzen.

Giersch bekämpfen

Neben Löwenzahn ist auch Giersch ein sehr unbeliebtes Unkraut. Es kann nur schwer aus dem Garten entfernt werden. Es benötigt eine Menge Arbeit und reichlich Geduld. Alternativ kann Giersch geerntet werden und als leckeres Kraut in der Küche verwendet werden.

Wie erkenne ich Giersch?

Giersch lässt sich an den dreikantigen Blattstielen leicht erkennen. Das Doldengewächs hat viele ähnliche Verwandte, welche giftig sind. Man sollte diesen also nur in der Küche verwenden, wenn man sich absolut sicher ist.

Wer Giersch bekämpfen möchte, benötigt eine Menge Zeit. Giersch ist ein Wurzelkraut und kann oberflächlich nicht beseitigt werden. Auch Umgraben führt nicht zum gewünschten Effekt. In der umgegrabenen Erde befinden sich weiterhin Rhizome. Sie müssen demnach auch die Wurzeln aus dem Boden entfernen. Die Erde muss hierfür mit einer Grabegabel durchgesiebt werden. Im Idealfall bleiben die Wurzeln in den Zinken hängen. Entsorgen Sie die Wurzeln nicht auf dem Kompost, sonst können sich diese erneut ausbreiten.

Giersch mit einem Vlies bekämpfen

Wenn Sie ein Beet neu bepflanzen möchten, können Sie Giersch erfolgreich unterdrücken. Einfach ein Unkrauvlies über den Boden geben, so kann das Unkraut nicht an das Licht wachsen. Wenn Pflanzen gewünscht sind, können Löcher in das Vlies geschnitten werden. Eine Blumenwiese sollte so nicht behandelt werden. Aber für ein Obst- und Gemüsebeet ist diese Technik meist wirkungsvoll. Decken Sie das Vlies aus Kunststoff anschließend mit Mulch ab.

Giersch wuchern lassen

Auch Bodendecker können die Pflanzen in Schach halten. Bodendecker sind beispielsweise Elfenblumen und Storchschnabel. Auch Kartoffeln können die Ausbreitung von Giersch verhindern. Pflanzen wie Kartoffeln überwuchern das Beet und entziehen dem Giersch Luft und Nährstoffe. Allerdings müsse das Gartenbeet für mindestens ein Jahr mit Kartoffeln bewachsen werden.

Alternative: Giersch ernten

Als Alternative kann Giersch auch geerntet werden. Durch das Abernten der Blätter wird die Pflanze nicht bekämpft. Im Gegenteil: Das Wachstum wird angeregt. Der Hobbygärtner kann die Pflanze aber auch bewusst anbauen und in der Küche verwenden.

  • Die Blätter haben einen leckeren, intensiven Geschmack und eignen sich ideal als Zutat in Salaten oder suppen.
  • Außerdem werden Giersch viele positive Effekte nachgesagt. Er soll gut gegen die Behandlung von Gicht eingesetzt werden können. Giersch enthält reichlich Vitamin C, Mineralien, Kalium und Eisen.

Giersch vom Rasen entfernen

Stark, wuchernde Pflanzen können ideal als Bodendecker im Garten oder unter der Gartenhecke wachsen.

Giersch hat hier keine Möglichkeit zu erleben, da der Rasen regelmäßig abgemäht wird. Etwaige Triebe und Blättchen werden entfernt und der Giersch kann nachhaltig entfernt werden.

Blütenknospen entfernen

Auch Blütenknospen sollten gewissenhaft entfernt werden. Die Beete sollten mithilfe einer Wurzelsperre abgegrenzt werden. Geeignet hierfür ist ein Vlies um das Beet herum, sodass die Wurzeln nicht eindringen können. Giersch verbreitet sich meist unterirdisch. Gartenbesitzer sollten die Knospen stets gewissenhaft entfernen und abschneiden. Das Unkraut kann sich sonst auch über die Samen verbreiten.

Es folgen allgemeine Tipps, zur Vernichtung von Unkraut.

Tipp 1: Samen entfernen

Wenn sich das Unkraut über Samen vermehrt, müssen diese rechtzeitig entfernt werden. Wenn Sie keine Zeit haben, schneiden Sie in jedem Fall die Blütenköpfe ab. So können sich die Samen nicht entwickeln.

Tipp 2: Terrasse

Ein Fugenkratzer kann Sie darin unterstützen, das Unkraut aus den Ritzen zwischen Wegplatten zu entfernen. Auch ein Straßenfeger unterstützt Sie darin, frische Sprösslinge zu entfernen. Allerdings muss regelmäßig mit einem Feger aus harten Borsten gekehrt werden.

Tipp 3: Unkrautvlies

Wer ein Beet neu anlegt, kann ein Unkrautvlies darauf geben und dieses mit Erde überdecken. Die Bildung von Unkraut wird verhindert und der Boden bleibt feucht.

Tipp 4: Pfahlwurzelstecher

Der Pfahlwurzelstecher hilft Unkraut zu entfernen. Einfach dicht neben der Pflanze einstechen, die Erde wird aufgelockert und die Pflanze kann mit der Wurzel herausgezogen werden. Durch bloßes Abreisen der Pflanze wird diese erneut Treiben.

Tipp 5: Spaten und Hacke

Wenn Sie ein neues Beet anlegen, oder das Unkraut sich in großen Mengen ausbreitet, kann umgegraben werden. Potenzielle Samen und Wurzeln werden beseitigt und der Boden wird gut aufgelockert. Regen- und Gießwasser wird durch das Auflockern wesentlich besser aufgenommen.

Tipp 6: Folie auf das Beet geben

Das Beet kann auch zunächst mit einer dunklen Folie bedeckt werden. Allerdings muss die Fläche über mehrere Monate abgedeckt bleiben. Die Lichtzufuhr wird unterbrochen und das Wachstum von Unkraut stark gehemmt.

Tipp 7: Bodendecker

Bodendecker können das Herauszupfen und Rupfen von Unkraut reduzieren. Bodendecker bilden nach einer Zeit dichte Teppiche und sind schön anzusehen. Golderdbeere und Immergrün sind hierfür ideal geeignet.

Tipp 8: Mulch und Stroh

Mulch und Stroh können das Wachstum von Unkraut ebenfalls hemmen. Einfach eine oberste Deckschicht damit bilden. Mulch kann dem Boden aber Nährstoffe entziehen, daher muss öfter gedüngt werden.

Tipp 9: Das Wetter beachten

Im Idealfall wird Unkraut bei dichter Bewölkung entfernt. Die Sonne regt das Wachstum und die Verbreitung von Unkraut an.

Tipp 10: Kochendes Wasser

Auch kochendes Wasser kann helfen, Unkraut zu vernichten. Das kochende Wasser über die Pflanzen gießen, trocknen lassen und im Anschluss entfernen. Durch das heiße Wasser wird der Organismus der Pflanze gestört. Diese Methode ist ökologisch vertretbar.

Fazit: Unkraut ist für viele Gärtner der größte Feind. Löwenzahn und Giersch zählen zu den typischen Unkräutern. Damit sich diese nicht vermehren, sollte bereits die Samenbildung verhindert werden.

Auch alternative Methoden, wie beispielsweise die Behandlung mit kochendem Wasser, sind durchaus ratsam. Wenn das Nachbargrundstück mit Unkraut dicht besiedelt ist, stehen die Chancen der Entfernung schlecht. Alternativ kann das Unkraut auch in der Küche eingesetzt werden. Giersch ist besonders aromatisch und ideal für Suppen und Salat geeignet.