Wie finde ich die richtige Fensterdichtung? – Pflege, Materialien, Anleitung

Was man über eine Fensterdichtung wissen sollte

Eine Fensterdichtung ist dazu da um die kalte Luft von draußen nicht rein- und die warme Luft von innen, nicht raus zu lassen. Alte Fenster haben einen besonderen Charm, moderne Fenster hingegen einen besonders hohen Dämmwert, der mitverantwortlich für die Energieeffizienz Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses ist.

Ein Fenster besteht in der Regel aus fünf verschiedenen Dichtungen:

  • (1) Glasanlagedichtung
  • (2) Glasleistendichtung
  • (3) Flügelrahmenanschlagdichtung
  • (4) Mitteldichtung
  • (5) Blendrahmenanschlagdichtung

Glasleistendichtung & Glasanlagedichtung

Die Verglasungsdichtung liegt am Rand der Glasscheibe an und bewirkt den lückenlosen Abschluss von Scheibe und Fensterprofil. Es gibt zwei unterschiedliche Typen:

  • Glasleistendichtung
  • Glasanlagedichtung

Die Dichtung zwischen der inneren Glasscheibe und der Glasleiste des Fensterflügels wird Glasleistendichtung genannt.

An der äußeren Glasscheibe liegt die Glasanlagedichtung und soll die Witterungseinflüsse abdichten.

Flügelrahmenanschlagdichtung & Blendrahmenanschlagdichtung

Wenn Sie ein Fenster mit Anschlagdichtung haben, dann handelt es sich dabei um zwei Dichtungsebenen. Eine Dichtungsebene befindet sich an der Außenseite und die andere an der Innenseite Ihres Fensters. Die innere Dichtung wird Flügelrahmenanschlagdichtung genannt. Diese wird im Gegensatz zu der außenliegenden Blendrahmenanschlagdichtung
nicht so sehr beansprucht. Daher sollte insbesondere für die äußere Dichtung nur hochwertiges Material genutzt werden.

TIPP: Achten Sie bei der Dichtung auf das ÖNORM EN 1027 Prüfsiegel. Das bedeutet die Dichtung und somit das Fensterbauteil welches außen liegt, wurde über einen tabellenmäßig festgelegten Zeitraum mit einem bestimmten Prüfdruck Pa (Pascal) besprüht.

Dabei gibt es zwei Werte an denen Sie sich orientieren sollten:

  • Prüfdruck Pa (Pascal)
  • Schlagregenklasse

Der Prüfdruck geht von 0 Pa bis 600 Pa (600 Pa entspricht der Stärke eines Sturmes mit Windstärke 11!)

Die Schlagregenklasse fängt bei 1A und geht bis 9A (55 Minuten bei 600 Pa)

Ein Fenster der Schlagregenklasse 9A besitzt also die geprüfte Dichtheitsprüfung von 55 Minuten bei der Simulierung eines Sturmes der Windstärke 11.

Mitteldichtung

In den meisten Fällen werden Fenster mit einer Mitteldichtung verbaut. Sie soll zur Verbesserung der Wärme- und Schalldämmung beitragen. Es ist eine zusätzliche Dichtung, die sich etwa in der Mitte des Fensterrahmens befindet. Die Mitteldichtung ist nicht zwingend notwendig aber sie verbessert die positiven Eigenschaften des Fensters.

Die richtige Fensterdichtung

Im Allgemeinen bestehen Dichtungen aus unterschiedlichen Werkstoffen:

  • TPE (Thermoplastische Elastomere)
  • Silikonkautschuk
  • EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer (ein synthetischer Kautschuk)

Jede Dichtung hat ein eigenes Dichtungsprofil. Es gibt über 4.000 verschiedene Profile.

Um den wesentlichen Überblick zu behalten, werden diese Profile in Unterkategorien eingeteilt:

  • Kedernschnüre
  • Tunnelprofile, Hohlprofile und Omegaprofile
  • Schlaucheinfräsprofile
  • Flügelfalzdichtungen
  • Lippeneinfräsdichtungen
  • Kunststoff-, Holz- und Metallfensterdichtungen
  • Mittel- und Anschlagdichtungen
  • Kunststoffprofile
  • Zellprofile

Von Zeit zu Zeit nutzen sich die Fensterdichtungen ab indem sie nicht mehr richtig anliegen oder der Werkstoff porös wird. Ein undichtes Fenster hat zur Folge das Zugluft Ihrer Gesundheit schadet und entweichende Wärme für höhere Heizkosten verantwortlich ist.

Eine Fensterdichtung sollte allem voran einen hohen Dämmwert erreichen und zu dem langlebig sein. Das sind die Hauptkriterien. Dabei sollte man sich des Anschaffungspreises oder der damit verbunden Kosten für die Instandsetzung der Fensterdichtung wegen, nichts vor machen. Die erhöhten Heizungskosten aufgrund einer schlechten Fensterdichtung, sind um ein vielfaches höher. Rechnen Sie hier mit 10 bis 20 Euro je Fenster jährlich, die Sie an Heizkosten mehr zahlen müssten.

Fensterdichtung aus TPE

  • Die günstigsten und am meisten verwendeten Fensterdichtungen sind aus TPE (Thermoplastische Elastomere). Diese Kunststoff-Dichtungen können leicht verarbeitet werden und verfügen über eine gute UV-, Ozon- und Witterungsbeständigkeit.
  • Diese Fensterdichtung sollte man spätestens nach 15 Jahren wechseln. Schwarze Rückstände beim Putzen der Fenster weisen auf Zusätze von Rußpartikeln in der Rezeptur hin.

Die Preise für den laufenden Meter TPE-Fensterdichtung bewegen sich um 1,00 EUR je nach Ausführung und Härtegrad.

Die Fensterdichtungen aus Silikonkautschuk sind im Vergleich zu den Dichtungen aus TPE wesentlich hochwertiger und auch beständiger gegenüber äußeren Einflüssen. Die hohe Elastizität des Materials bleibt noch über viele Jahrzehnte hinweg bestehen.

Es muss jedoch beachtet werden, dass Dichtungen aus Silikonkautschuk unverträglich mit Acryl-Lasuren und Lacken sind. Man kann eine Fensterdichtung aus Silikonkautschuk nicht ausbessern. Daher hält sie solange wie sie hält.

Die Preise für den laufenden Meter Silikonkautschuk-Fensterdichtung bewegen sich zwischen 4,00 EUR und 5,00 EUR.

Die auf Basis von Naturkautschuk hergestellte EPDM-Fensterdichtung ist rissfrei und besitzt zudem die Eigenschaft besonders Zug-, Reiß- und Druckfest zu sein. Die hohe Elastizität bewirkt eine schnelle Rückkehr in die ursprüngliche Form. Das und die Vorteile der Silikonkautschuk-Fensterdichtung zusammengenommen, ergeben das beste Preisleistungsverhältnis.

Die Preise für den laufenden Meter EPDM-Fensterdichtung beginnen bei etwas über 5,00 EUR.

Die Kosten für die fachmännische Erneuerung der Fensterdichtung setzen sich zusammen aus Anfahrtskosten, den Materialkosten und Arbeitskosten. Je nach Gebiet können die Preise stark variieren. Daher sind 150,00 EUR Gesamtkosten je Fenster nur ein Richtwert.

Die Pflege

Eine Fensterdichtung kann lange dicht halten, wenn sie gut gepflegt wird.

Für die Pflege der Fensterdichtungen gibt es folgende Tipps:

  • Staub und Schmutz mit einem weichen Tuch von den Dichtungen entfernen
  • Keine aggressiven Reinigungsmittel benutzen
  • Dichtungen sollten immer von Feuchtigkeit befreit werden
  • Benutzen Sie ein Pflegemittel für die Dichtungen

Insbesondere im Winter kann sich aufgrund der Feuchte, Schimmel an den Dichtungen bilden. Vorbeugen können Sie, indem Sie einmal am Tag die Feuchtigkeit mit einem Tuch trockenwischen. Ebenso können sie das Kondenswasser, das sich an den Rändern der Fensterscheibe ansammelt, regelmäßig mit einem wichen sauberen Lappen trockenwischen.

Auch im Sommer ist die Dichtungspflege ratsam. Etwas Talkumpulver oder einen handelsüblichen Lippenpflegestift kann die Dichtungsprofile vor starker Sonneneinstrahlung schützen. Nach dem Auftragen lassen Sie das Fenster für mindestens 20 Minuten geöffnet, damit der Wirkstoff sich über das Material legen kann und schützend eindringt.

Sollte sich mal doch Schimmel an den Dichtungen gebildet haben, können Sie die betroffene Stelle mit Reinigungsmilch behandeln. Das beugt auch vor der Neubildung des Schimmels an den Dichtungen vor.