Bausachverständiger: Kosten, Vorteile und Einsatzmöglichkeiten

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Ein Bausachverständiger kann in vielen Situationen wertvoll sein. Wer ein Haus baut oder erwägt, eine Immobilie zu kaufen, fragt sich vermutlich, ob es sich lohnt einen Experten heranzuziehen.

Dieser hat die Aufgabe, im Rahmen seiner Expertise dem Laien Mängel oder Pfusch aufzuzeigen, sodass dieser Maßnahmen einleiten kann, um teure Folgeschäden zu vermeiden. Doch auch in Sachen Energieberatung oder Wertermittlung einer Immobilie kann der Profi Hausherren weiterhelfen.

Schäden am Haus können sichtbar sein, wenn sich z. B. Schimmel ansetzt oder das Mauerwerk einen Riss bildet. Doch in vielen anderen Fällen sind die Mängel meist überhaupt nicht sichtbar und breiten sich mit der Zeit immer weiter aus. Deshalb ist die Ursache des Problems schnellstmöglich herauszufinden, um das Ausmaß und die damit verbundenen Kosten abzuschätzen. In solchen Szenarien kann der Bausachverständiger helfen.

Doch wie finden Bauherren oder Kaufinteressierte überhaupt einen Fachmann und welche Kosten muss man für die Beratung einplanen? Diese und weitere interessante Fragen, rund um das Thema Bausachverständiger, werden nachfolgend ausführlich beantwortet.

Bausachverständiger Kosten

Wer die Beratung eines geschulten und seriösen Baugutachter in Anspruch nehmen will, muss natürlich einiges an Geld zahlen. So sollte man mit mehreren hundert Euro rechnen.

Hierfür bringt der Profi hervorragende Kenntnisse im Bereich Gebäudetechnik mit und ist mit aktuellen Bauverordnungen vertraut. Die tatsächlichen Kosten hängen von der angeforderten Leistung und dem Dokumentationsaufwand ab.

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Die Experten bieten ihren Service zum Festpreis an oder berechnen pro Stunde. Folgende Leistungen können vom Bausachverständigen erstellt werden.

  • Rohbau- und Gewerke Abnahme
  • Baubegleitung und Bauabnahme
  • Immobiliengutachten
  • Bauschadenanalyse
  • Versicherungs- bzw. Gerichtsgutachten
  • Überprüfung oder Optimierung des Energiehaushaltes

Für die Erstellung solcher Gutachten werden ca. 70 bis 200 Euro pro Arbeitsstunde berechnet, insofern kein Paketpreis angeboten wird. Hinzu kommt, dass die Unternehmen die Arbeit vor Ort und die Erstellung des Prüfberichts unterscheiden. So kann ein weiterer Betrag von ca. 40 Euro pro Seite hinzukommen. Nebenkosten, wie Anfahrtswege sowie weiterer Personal– oder Materialaufwand können noch hinzukommen.
Um einen Überblick zu schaffen, werden im Folgenden die Preise für die häufig in Anspruch genommenen Leistungen geschätzt und aufgelistet.

  • Schimmelgutachten ca. 600 – 900 Euro
  • Beratung bei Neukauf ca. 400 – 900Euro
  • Wertermittlung ab 700 Euro
  • Sanierungs– und Energieberatung ab 1500 Euro
  • Baubegleitung 2500 – 5000 Euro

Es gibt noch einige weitere Einsatzmöglichkeiten, bei denen ein Gutachter vorteilhaft sein kann. Man sollte aber beachten, dass diese Angaben nur Richtwerte sind, die je nach Art und Umfang der Beratung abweichen können. Dennoch kann man sich so gut orientieren und abschätzen, in welcher Höhe Kosten anfallen können.

Vorteile eines qualifizierten Baugutachters

Die Vorteile eines Bausachverständigers liegen in der Expertise, welche diese Person durch langjährige Aus– und Weiterbildung aufweisen kann. Aus diesem Grund, kann dieser Schäden an Immobilien leicht erkennen bzw. auf Erfahrungswerte zurückgreifen. So werden Mängel schnell entdeckt und der Umfang, sowie die Kosten können gut eingeschätzt werden.

Durch die Vielseitigkeit der angebotenen Leistungen bekommt der Kunde für viele Situationen eine passende Lösung geboten. So kann er z. B. auch die Energieeffizienz des Gebäudes optimieren, indem ein Bausachverständiger eingeschaltet wird. Eventuelle Wärmebrücken oder Lecks, durch die Wasser eindringen kann, werden somit frühzeitig erkannt und können ausgebessert werden.

Einer der besten Vorteile ist jedoch, dass man mit dem Gutachten eines Bausachverständigers Befunde erhält, die auch vor Gericht standhalten. So ist man im Falle eines Rechtsstreits in der Lage, seine juristische Position deutlich zu verbessern und möglicherweise anfallende Kosten einzusparen.

Bausachverständiger finden

Wer einen Bausachverständigen sucht, sollte darauf achten, dass es sich bei der Person oder der Firma, die man beauftragen will, um seriöse bzw. qualifizierte Organisationen handelt. Denn hierzulande ist der Titel „Bausachverständiger“ nicht geschützt, was die Suche natürlich um einiges schwieriger macht. Somit kann sich quasi jeder Bausachverständiger nennen, auch wenn er nicht die nötigen Qualifikationen mitbringt.

Die Ausbildung eines öffentlich bestellten und vereidigten Baugutachters ist das einzige, das von der Branche als Qualifizierung akzeptiert wird. Das liegt an den enormen Ansprüchen, die in den Prüfungen, an die angehenden Sachverständiger gestellt werden.

So ist es kein Wunder, dass die Durchfallquote extrem hoch ist. Das führt dazu, dass es nur wenige öffentlich bestellte Experten in einer Region gibt und dadurch die Wartezeiten entsprechend lang sind.

Wer schnelle Beratung braucht, ist dennoch nicht verloren, sondern kann sich von unabhängigen Experten beraten lassen. Der Architekt oder Ingenieur kann zu manchen Schäden an der Immobilie ebenfalls Auskunft geben. Dabei besteht jedoch das Risiko, dass die Mängel überhaupt nicht auffallen oder falsch eingeschätzt werden. Deshalb raten Experten, wenn es möglich ist, länger zu warten.

Weiterhin sollte man immer zu Beginn einen Generalisten beauftragen, der durch sein breitgefächertes Fachwissen den Schaden bzw. den Mangel richtig zuordnen kann. Wenn dann die Ursache weiter eingekreist werden kann, sollte ein Spezialist herangezogen werden. Dieser ist dann in der Lage genaue Maßnahmen aufzuzeigen, um die Schäden nachhaltig zu entfernen.

Bausachverständiger beim Hauskauf

In Deutschland wollen laut einer Statistik im Jahr 2019 2,33 Millionen Personen in den nächsten 1 oder 2 Jahren ein Haus kaufen. So will auch jeder Käufer ein Objekt finden, dass möglichst frei von größeren Mängeln ist.

Für den Verkauf werden Häuser meistens noch einmal oberflächlich renoviert, wodurch leichte Mängel wieder behoben werden. Doch richtige Schäden werden dadurch nicht behoben. Aus diesem Grund kann auch beim Hauskauf ein Bausachverständiger der Ansprechpartner sein, um eventuell später anfallende Kosten auf ein Minimum zu reduzieren.

Die ungefähren Preise für diese Dienstleistung können aus der oben aufgeführten Liste entnommen werden. Auch beim Hauskauf ist die Qualifizierung und der Erfahrungsschatz des Beraters von Bedeutung. So gilt es die gleichen Dinge zu beachten, die oben schon für die allgemeinen Fälle aufgeführt wurden. Dann steht dem erfolgreichen und mangelfreien Erwerb des zukünftigen Hauses nichts mehr im Wege.

Qualifikation: Zertifiziert durch den TÜV

Weiterbildungsmöglichkeiten werden von vielen Organisationen angeboten. Auch die technische Prüfungsorganisation TÜV bietet Architekten, Bauingenieuren, Technikern oder Meistern mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Bauwirtschaft an, sich zertifizieren zu lassen.

Nach bestandener Prüfung erhält man ein Zertifikat und ist offiziell Sachverständiger für Schäden an Gebäuden. Wodurch die Absolventen in der Lage sind Gutachten mit rechtlich korrektem und wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu erstellen.

Der TÜV-zertifizierte Bausachverständiger ist somit eine gute Wahl, wenn man im eigenen Haus Mängel entdeckt hat. Wichtig ist jedoch, dass auch bei diesen Beratern eine gewisse Baupraxis vorherrschen sollte, um richtig und zufriedenstellend beraten zu werden.

KfW-Förderung

Ein Bausachverständiger, welcher zugleich Energieberatungen anbietet, kann ebenfalls bei der Antragsstellung für Fördergelder behilflich sein. Grundlage hierfür können dann die erstellten schriftlichen Gutachten für Sanierungs- und Energieberatung darstellen. Die Antragsstellung an sich kann bis zu 200 Euro kosten.

Mit der KfW-Förderung im Bereich Bauen, Wohnen und Energiesparen lassen sich Kredite mit attraktivem Zinssatz abschließen. So können Bauherren, die sich entscheiden energieeffizient zu bauen oder zu sanieren, günstige Konditionen erhalten und am Ende eine Menge Geld sparen.

Wer zahlt im Streitfall?

Gerade in der Immobilienbranche kommt es immer wieder vor, dass es Meinungsverschiedenheiten gibt, welche letztendlich in einem Gerichtsprozess enden. Ein klassisches Beispiel ist der Schimmelbefall in der Wohnung eines Mieters. Der Mieter sieht sich nicht verantwortlich für den Schaden, sondern bemängelt den Zustand des Gebäudes. Der Vermieter jedoch ist sich absolut sicher, dass der Mieter daran schuld ist und tut deshalb erst einmal gar nichts.

Fakt ist, dass zunächst derjenige zahlen muss, der den Bausachverständigen beauftragt hat. In diesem Fall muss deshalb der Mieter einen Experten beauftragen zur Erstellung eines Gutachtens und die Kosten für die Beratung vorauszahlen. Wie es dann weiter geht, hängt von den Befunden des Bausachverständigen ab.

Kommt der Experte in seinem Prüfbericht zu dem Entschluss, dass es wirklich Mängel an der Bausubstanz gibt, die den Schimmelbefall verursachen, kann der Mieter damit vor Gericht gehen.

Das ist jedoch nicht zwingend notwendig. Eine außergerichtliche Lösung kann für den Vermieter günstiger sein, auch wenn er dann die Kosten für den Gutachter, sowie die Sanierungskosten zur Beseitigung des Schadens übernehmen muss.

Kann man den Aufwand für einen Sachverständigen von der Steuer absetzen?

Da die Kosten doch eine gewisse Höhe erreichen, je nach Umfang und Zeitaufwand, kommt so mancher auf den Gedanken die Kosten steuerlich geltend zu machen. Doch was sagt das Gesetz dazu?

Nun, eigentlich gibt es hierzu kein Ja oder Nein, denn die Gesetzeslage ist nicht völlig klar. Normalerweise darf man sie nicht von der Steuer absetzen. Allerdings gab es einige Präzedenzfälle, in denen zugunsten von Hausbesitzern entschieden wurde, welche die Kosten für den Gutachter als Handwerkerkosten deklarierten.

In dieser Situation ist es das Beste, sich eine professionelle Meinung einzuholen. Denn die Gesetze im Steuerrecht werden ständig erweitert und angepasst. Aus diesem Grund empfehlen wir unbedingt Rücksprache mit einem Steuerberater zu halten, der sich in dem Bereich bestens auskennt.

Info: Die Details zu TÜV und KfW Förderung beziehen sich auf Deutschland – Natürlich ist das Hinzuziehen von einem Bausachverständigten auch in Österreich sinnvoll. Holen Sie sich hierzu mehrere Angebote ein, um die Kosten,  Vorteile und Einsatzmöglichkeiten im Bereich “Bauchsachverständiger” sinnvoll abschätzen zu können.