Kinder sollen sich frei entfalten und ihre Umgebung erkunden dürfen. Das Spielen und Toben nimmt dabei eine wichtige Funktion ein. Strenge Regeln oder das Einhalten einer Ordnung sind den Mädchen und Jungen aber oftmals unbekannt – was nicht selten für Chaos sorgt, wenn das Kinderzimmer mal wieder nicht aufgeräumt wurde. Doch wie gelingt es eigentlich, den Nachwuchs zum Wegräumen der benutzten Spielsachen zu animieren? Die nachfolgenden zehn Tipps zeigen, worauf zu achten ist.
1. Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen
Wer den eigenen Kindern dabei helfen möchte, regelmäßig auf Ordnung im eigenen Zimmer zu achten, der tut gut daran, sich ein wenig in das Denken und Fühlen der Kleinen hineinzuversetzen. Denn gerade in jungen Lebensjahren neigen wir Menschen dazu, die Verhaltensweisen von den Personen um uns herum zu übernehmen. Doch wie sollen Kinder lernen, das Chaos in ihren vier Wänden zu vermeiden, wenn die Eltern im Wohnzimmer, in der Küche oder in der Garage gleichfalls nicht darauf achten, alle Gegenstände nach dem Gebrauch wieder dort abzulegen, wo sie hingehören? Sinnvoll ist es daher, dass Mama und Papa mit gutem Beispiel vormachen, wie sich der Nachwuchs zu verhalten hat.
2. Das Zimmer wird in Zonen unterteilt
Kinder denken nicht so, wie wir Erwachsenen es tun. Während es uns gelingt, im großen Durcheinander gezielt nach jenen Dingen zu suchen, die wir gerade benötigen, teilt sich der Nachwuchs das Sichtfeld deutlich gröber ein. Ratsam ist es daher, auch im Kinderzimmer eine Struktur einzuführen, die aus vier bis fünf Zonen besteht. Darin können etwa Bücher, das Spielzeug, alles zum Malen und Basteln, Sportartikel sowie in späteren Jahren die ersten Schulsachen voneinander getrennt aufbewahrt werden. Vor allem im jungen Alter wird sich die Tochter oder der Sohn in diesem Raster gut zurechtfinden und jederzeit wissen, wo ein bestimmter Gegenstand hingehört. Mit voranschreitenden Lebensjahren kann die Struktur dann verfeinert werden.
3. Farben und Muster vereinfachen das System
Zugleich können wir Eltern den Kindern helfen, sich an die eben geschaffenen Zonen zu gewöhnen. Hier ist Abwechslung der Schlüssel zum Erfolg: Jeder Bereich innerhalb der Struktur kann eine eigene Farbe bekommen oder einem Motto zugeteilt werden. So wird etwa jene Ecke, in der die Sportsachen aufbewahrt werden, an den Wänden mit zwei oder drei Bahnen Tapete dekoriert, die ein sportliches Motiv aufweisen. Diese unterschiedliche Gestaltung hilft den Kleinen dabei, besser die Übersicht zu behalten – das Prinzip der Ordnung wird schon im jungen Alter erlernt. Bei der Auswahl der Farben und Muster ist natürlich auf kindgerechte und motivierende Einflüsse zu achten. Nichts davon sollte streng oder gar abweisend wirken.
4. Aus den Augen, aus dem Sinn
Ehe es konkret an die Frage geht, wie die einzelnen Zonen genutzt werden, darf für die Einrichtung des Kinderzimmers ein grundlegender Tipp nicht fehlen: Schränke an sich sind zwar sinnvoll – alle Türen und fest verschließbaren Schubladen sowie die passenden Schubladen Organizer zum Sortieren lösen bei kleinen Kindern aber eher Nachteile aus. Bis zum Alter von etwa vier bis fünf Jahren werden sich die Mädchen und Jungen kaum merken können, was sie wo abgelegt haben. Ihre größte Orientierung bei der Suche bietet das Sehen. Dinge, die sie mit schnellem Blick finden, gewinnen für sie an Bedeutung. Was aber hinter Türen versteckt oder in den Tiefen eines Schrankes verborgen liegt, ist ihnen bald egal – und bleibt unangetastet.
5. Alles Wichtige wird auf Augenhöhe verstaut
Bereits erwähnt wurde, dass Schränke weitgehend offen gestaltet werden sollten, damit die Kinder jederzeit sehen können, was sich wo befindet. Doch auch die Höhe der Ablageplätze spielt hierbei eine wichtige Rolle. Die Tochter oder der Sohn wird sich erfahrungsgemäß hauptsächlich mit jenen Dingen beschäftigen, die leicht zu erreichen sind. Idealerweise werden die Schulsachen, das Spielzeug oder die Sportartikel daher bodennah oder auf Augenhöhe verstaut. Sie sind dort stets erkennbar und können ohne besonderen Kraftaufwand verwendet werden. Höher gelagert befinden sich dagegen jene Gegenstände, die nur selten einmal gefragt sind. Wie etwa bestimmte Gesellschaftsspiele oder Puzzles, die nicht an jedem Tag griffbereit sein müssen.
6. Multifunktionale Möbel sorgen für mehr Platz
Nur wenige Kinder werden ein derart großes Zimmer besitzen, dass die Frage des verfügbaren Stauraums darin keine Relevanz einnimmt. Gerade in beengten Verhältnissen muss daher kreativ geplant werden. Hierbei helfen Möbel, die für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden können. Meist sind sie bereits so konzipiert, dass sie nur wenig Platz benötigen, aus langlebigen Materialien gefertigt werden und sich mühelos in die gesamte Einrichtung integrieren lassen. Schränke mit ausklappbarem Schreibtisch, Betten mit nutzbaren Schubladen im Gestell sowie Boxen, die umgedreht als Sitzmöglichkeit dienen, sorgen für viel Spielspaß selbst in kleinen Zimmern. Zudem können sie dabei helfen, bares Geld zu sparen. Multifunktionale Möbel bieten somit zahlreiche Vorteile – nicht nur für den Nachwuchs.
7. Das Aufräumen zum festen Ritual werden lassen
Vor allem kleinen Kindern ist das Konzept der Ordnung noch nicht bekannt. Der Drang, regelmäßig aufzuräumen, fällt daher gering aus – und nur wenige von ihnen kommen selbst auf den Einfall, das über Tage oder Wochen hinweg produzierte Chaos im eigenen Zimmer zu bereinigen. Entsprechend sinnvoll ist es, wenn die Eltern hierbei auf feste Zeiten und somit auf eine gewisse Regelmäßigkeit hinweisen. So kann einmal in der Woche zu einem bestimmten Termin das Aufräumen vereinbart werden. In der Regel gewöhnen sich Mädchen und Jungen auf dieser Basis bald an, eigenständig auf die Ordnung im Kinderzimmer zu achten und die benutzten Dinge ohne elterlichen Zuruf dort abzulegen, von wo sie genommen wurden.
8. Auch das Aussortieren hilft
Allerdings sind es nicht immer nur die lieben Kleinen, die eine Unordnung zu verantworten haben. Denn gerade Mama und Papa sorgen mit Geschenken, Neuanschaffungen und Ähnlichem dafür, dass manches den Weg ins Kinderzimmer findet, das es dort vorher nicht gab. Doch wo Neues hinzukommt, wird die Lage schnell unübersichtlich – sofern das Alte nicht entsorgt wird. Empfehlenswert ist es hierbei, dem Nachwuchs schon relativ früh zu zeigen, dass nicht jeder Gegenstand ewig lange aufbewahrt werden muss und dass alles, was nicht mehr benötigt wird, auch gänzlich aussortiert werden kann. Auf diese Weise gelingt es, sich immer wieder von Dingen zu trennen, die ohnehin nur unnütz herumliegen würden. Demgegenüber wird kostbarer Stauraum geschaffen.
9. Zeigen, wie es richtig geht
Allerdings ist es auch ratsam, an die Kinder nicht jene Ansprüche zu stellen, die für uns Erwachsenen recht normal sind. Unsere Tochter und unser Sohn werden in jungem Alter kaum wissen, wie das Aufräumen funktioniert oder welche Vorteile es auslöst. Hier sind wiederum die Eltern gefragt, abermals mit gutem Beispiel voranzugehen.
So kann es in den ersten Jahren gewiss nicht schaden, beim Schaffen der Ordnung im Kinderzimmer ein wenig zu helfen – und dem Nachwuchs zu zeigen, welche Dinge wo verstaut werden können. Viele Hände schaffen der Arbeit bekanntermaßen ein schnelles Ende. Hier wird zugleich aber auf den lehrreichen Effekt abgezielt, der den Kindern zeigt, wie das Aufräumen richtig gelingt.
