Lager- und Werkstattorganisation im Bau- und Handwerksbetrieb

Reibungslose Abläufe sind im Bau- und Handwerksbetrieb das A und O. Grundvoraussetzung dafür ist eine effiziente Lager- und Werkstattstruktur. Die Materialverfügbarkeit und das Zeitmanagement hängen nämlich eng mit einer guten Organisation zusammen. Unübersichtliche Lagerflächen helfen da einfach nicht weiter und reduzieren die Produktivität von wichtigen Arbeitsabläufen.

Eine strukturierte Flächennutzung als betriebliche Grundlage

Jede Werkstatt und jedes Lager sehen anders aus, dennoch müssen gewisse räumliche Voraussetzungen gegeben sein. Auf dieser Grundlage lässt sich ein grober Plan herleiten. Zunächst sollte die vorhandene Fläche einer groben Analyse unterzogen werden. Wie groß ist die Fläche tatsächlich und wie viel Platz braucht man überhaupt? Danach wird geschaut, wo eine Unterteilung des offenen Raums sinnvoll ist. Bestimmte Zonen für Materialien, Werkzeuge und Co. machen das Lager nämlich übersichtlicher. Die meisten Lagerräume werden in zwei primäre Bereiche unterteilt. Eine klare Trennung zwischen dem Schwerlastbereich und häufig genutzten Kleinteilen macht hier besonders Sinn.

Besonders in Bau- und Metallbetrieben werden oft schwere Bauteile und Maschinenkomponenten gelagert, und diese erfordern belastbare Regalsysteme, die den statischen Anforderungen entsprechen müssen. Sicherheit geht hier vor, deshalb muss eine sichere Einlagerung zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein. Vertikale Lagerkonzepte erhöhen die Nutzfläche, sofern die Tragfähigkeit von Boden und Regalsystem aufeinander abgestimmt sind. Welche Aufteilung und Lagermöglichkeit Sinn machen, hängt jedoch vom Unternehmen und der Branche ab.

Wenn das Gewicht zur Planungsfrage wird

Belastbare Regalsysteme bilden die Basis in jeder Werkstatt und in jedem Lager. Ein Schwerlastregal mit 60 cm Tiefe schafft eine gute Grundlage für die übersichtliche Organisation von Kleinteilen wie Materialien oder auch Werkzeug. Auch kompakte, schwere Gegenstände können hier problemlos untergebracht werden. Wichtig dabei ist, dass sie jedoch auf das Regalbrett passen und nicht überstehen. Die volle Last muss nämlich das Regal tragen. Grundsätzlich macht es aber in jedem Lager Sinn, mit verschiedenen Tiefenabmessungen zu arbeiten. So hat man für jeden Gegenstand den idealen Lagerplatz parat.

Fehlbelastete Konstruktionen erhöhen das Unfallrisiko, und das möchte man natürlich immer vermeiden. In Bau- und Handwerksbetrieben ist daher die Punktlast ein wichtiges Stichwort. Diese beschreibt die Abstimmung zwischen der Regaltechnik, der Bodenbeschaffenheit und dem tatsächlichen Materialgewicht. Im Idealfall wird die Punktlast bereits bei der Planung einer Lagerhalle berücksichtigt.

Die Logistikprozesse im Arbeitsalltag optimieren

Eine durchdachte Lagerstruktur beeinflusst den gesamten Arbeitsablauf. Besonders wichtig sind kurze Wege zwischen der Lagerhalle und dem Arbeitsbereich. Gleichzeitig verhindert eine feste Platzzuweisung, dass Produkte plötzlich an einem nicht vorherbestimmten Ort zwischengelagert werden. Ein übersichtliches Lagersystem lässt sich mit den folgenden Schritten einfach umsetzen.

  • Eine klare Kennzeichnung aller Lagerzonen sorgt für schnelle Orientierung und verhindert, dass Materialien verloren gehen.
  • Die systematische Trennung von Verbrauchsmaterialien und langfristig gelagerten Bauteilen reduziert den Suchaufwand und erleichtert die Inventur.
  • Auch die Traglast der Regale sollte regelmäßig überprüft werden, um Sicherheit überall im Lager zu gewährleisten.

Ordnung muss zur Betriebskultur gehören

Die Lager- und Werkstattorganisation endet nicht einfach bei der Anschaffung geeigneter Regalsysteme. Damit es auf Dauer übersichtlich bleibt, braucht es klare interne Abläufe mit festen Verantwortlichkeiten. Nur so entsteht ein nachhaltiges Ordnungssystem, welches auf Dauer für mehr Sicherheit und Produktivität sorgt. Ziel sollte es sein, dass die zuständigen Mitarbeiter zu jedem Zeitpunkt über die aktuellen Bestände Bescheid wissen.

Gerade im Bau- und Handwerksumfeld ist dieser Punkt nochmal von Bedeutung. Hier sollte das Lager neben übersichtlich auch möglichst flexibel sein. Wechselnde Projekte und saisonale Schwankungen machen eine exakte Planung über mehrere Monate hinweg fast unmöglich. Damit das Lager dennoch nicht an Struktur und Sicherheit einbüßt, braucht es eine Raumgestaltung, welche den Betrieb das ganze Jahr über unterstützt.

Von David Reisner

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