Aussaat von Gemüse und Kräutern im Mai – Liste (Vorzucht, Aussaat, Ernte)

Stockfoto-ID: 347882299 Copyright: Valmedia, Bigstockphoto.com

Einen knackfrischen Salat genießen, bei Bedarf mit leckerem Schnittlauch oder die Salate mit feiner Petersilie garnieren und sich neben dem Genuss gleich noch mit reichlichen Vitaminen versorgen… – So einfach kann ein wesentlicher Beitrag zur gesunden Ernährung oder zumindest zur eigenen Mitarbeit für die persönliche Gesunderhaltung sein.

Darüber hinaus macht das Säen, Pflanzen und Ernten auch Spaß, baut Stress ab und generiert mit jedem zarten Trieb, der sich durch die Erde ans Licht schiebt, kleine Erfolgserlebnisse.
All das macht das Gärtnern aus, wofür man bisweilen nicht einmal einen richtig großen Garten benötigt. Viele Sorten von Kräutern und Gemüse gedeihen durchaus im Blumentopf oder auf dem Balkon bzw. auf der Terrasse.

Doch natürlich hat man in einem Garten viel mehr Möglichkeiten, sein Gemüse und seine Kräuter so auszubringen, dass alle Pflänzchen genügend Platz und Licht haben, um zumindest diese Voraussetzung zu bekommen, um kräftig heranwachsen zu können und um uns später als gesunde Nahrung zu dienen.

  • Aber Achtung! Bei vielen zarten Pflänzchen sollte man mit dem Ausbringen in den Garten warten, bis man einigermaßen sicher sein kann, dass sie die Bedingungen gut überstehen.
  • Professionelle Gärtner/innen ebenso wie auch Hobbygärtner/innen beginnen deshalb schon im zeitigen Frühjahr damit, Kräuter, Gemüse, Blumen, Mischkulturen und vieles andere mehr, vorzuziehen. Ist dies gelungen, steht der erfolgreichen Aussaat von Gemüse und Kräutern im Mai nichts mehr im Wege.

Dieser kleine Ratgeber soll nun erklären, was Vorziehen bedeutet, welche Pflänzchen vorgezogen werden sollten, was beim Vorziehen zu beachten ist, welche Fehler man dabei tunlichst vermeiden sollte und wie das Vorziehen gelingt.

Aussaatkalender Mai – Vorzucht zu Hause // Garten // Anzucht //Aussaat // Gewächshaus – Der Wikinger Garten

Doch kommen wir zunächst zum Thema: Vorziehen von Pflanzen und der Frage:

Was versteht man eigentlich unter dem Vorziehen von Pflanzen?

Es ist im Prinzip ganz einfach. Wenn man sich eine lange Erntezeit wünscht, sollte man die Aussaat seiner Kräuter– und Gemüsesorten – wie auch bei vielen anderen Arten – sorgfältig planen, die jeweiligen Sorten auswählen, die man in einem bestimmten Zeitraum quasi gemeinsam vorziehen kann, um sie dann auch zur ca. gleichen Zeit gemeinsam auszupflanzen und Platz für die nächste Gruppe zu schaffen, die man danach vorziehen möchte.

Ungefähr ab Ende Februar(frühestens)kann mit dem Vorziehen auf der Fensterbank oder in kleinen Zimmergewächshäusern begonnen werden.

  • Mit dem Vorziehen der Saat in geschützter Umgebung ist diese vor zu niedrigen Temperaturen geschützt, die viele Kräuter– und Gemüsesorten ansonsten gar nicht überstehen würden, da sie ursprünglich aus eher mediterranen Gebieten stammen.
  • Zwar sind sie längst bei uns heimisch geworden, doch die Anpassung an die Temperaturen im Winter und im zeitigen Frühjahr können sie nach wie vor nicht vertragen.

Welchen Vorteil bringt uns das Vorziehen von Pflanzen?

Da viele der Pflanzen ursprünglich aus wärmeren Gebieten stammen, wären sie in unseren Breiten zu einer frühen Zeit im Jahr für eine Aussaat im Freien definitiv nicht geeignet. Sie würden schlicht erfrieren oder gar nicht erst mit dem Keimen beginnen.

Wer seine eigenen, kleinen Pflänzchen jedoch selbst ziehen möchte, nutzt die Möglichkeit, sie zu Hause, auf der Fensterbank oder an einem anderen, geeigneten Plätzchen in geschützter Umgebung „vorzuziehen“.

Wärmeliebende Pflänzchen bescheren ihren Besitzern dann entsprechend eine viel längere Erntezeit, weil sie im geschützten Innenraum bereits auskeimen können, während man für die Aussaat im Freiland noch wochenlang warten müsste und sich somit ihre Erntezeit nicht nur nach hinten verschieben, sondern auch deutlich verkürzen würde.
Neben einem besseren Erfolg für die Zucht der eigenen Kräuter-, Gemüse- und Blumen- Sorten sind diese natürlich auch günstiger als die, die käuflich erworben werden, und man erreicht mitunter eine größere Vielfalt.

Häufig gibt es “nur” die üblichen Sorten als Jungpflanzen zu kaufen.

  • Wer es etwas exotischer mag, etwas experimentierfreudig ist, weniger alltägliche oder sogar seltene Sorten ausprobieren möchte, ist mit dem “selbst aussäen” bestens beraten. Gerade bei derart seltenen Sorten, die es als Pflänzchen mitunter gar nicht zu kaufen gibt, eignet sich natürlich zum Schutz der Sämlinge das Vorziehen in geschützter Umgebung.
  • Bei Kräutern und Gemüsepflanzen ist es zudem ein Vorteil, wenn man weiß, dass die Pflanzen nicht oder kaum chemisch behandelt wurden, also “bio” sind und man so quasi weiß, was man hat und was man isst.

Was brauche ich zum Vorziehen der Pflänzchen?

Wichtig für das Vorziehen von Pflanzen sind die richtigen Bedingungen und einige wichtige Materialien. Zu ihnen gehören:

  • genügend Platz auf der Fensterbank,
  • genügend Licht,
  • ausreichend Wärme,
  • nährstoffarme Anzuchterde,
  • die richtige (Aussaat-)Tiefe, in der sich die Samen befinden sollten und
  • Anzuchttöpfchen.

Anzuchttöpfchen

Diese kleinen Töpfchen, der Blumenkasten oder ein Minigewächshäuschen helfen, um den Pflänzchen den Start ins Leben zu erleichtern.

Auch schlichte Provisorien, wie z. B. eine übrig gebliebene Aufwickelpappe von einer Küchenrolle oder vom Toilettenpapier, die mit Anzuchterde gefüllt, auf einem Pflanzteller steht, kann für diese Zeit die gleiche Funktion erfüllen. Es geht ja nicht um Schönheitspreise für die Töpfchen, sondern um ideale Voraussetzungen für die Pflänzchen und zu diesen zählen v. a. die Wachstumsbedingungen.

Das sind neben:

  • der Temperatur und
  • den richtigen Licht– und Wasserverhältnissen auch
  • das richtige Nährstoffangebot und
  • eine entsprechende Luftfeuchtigkeit.

Sehr wichtig ist aber auch, dass die Pflanzgefäße sauber und keimfrei sind und sich im Boden der Gefäße Löcher befinden, über die überschüssiges Gießwasser abfließen kann, damit sich keine Staunässe sammelt und Schimmel bildet und so z. B. die Wurzeln faulen.
Anzuchterde

Anzuchterde ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Keimung der jungen Pflänzchen. Sie ist ideal auf die Bedürfnisse der neuen Triebe abgestimmt und diese Bedingungen sind:

  • eine sehr feine Konsistenz (feinkrümelig) und
  • nährstoffarm.

Besonders Letzteres ist wichtig, da die “normale Erde” zu stark gedüngt ist (was für ausgewachsene Pflanzen ideal ist) und die Wurzeln der jungen Triebe darin quasi verbrennen würden.
Bevor diese Anzuchterde genutzt werden kann, sollte sie gewässert (geschwemmt) werden. Das Wasser muss vor dem Einsatz der Erde abgelaufen sein.

Licht und Wärme

Eine wesentliche Voraussetzung für jede Pflanze sind die Standortbedingungen – allen voran Licht und Wärme. Das gilt in besonderem Maße natürlich auch für junge Triebe.
Um diese Bedingungen gut zu erfüllen, sollten sich die Anzuchttöpfchen am besten auf dem Fensterbrett befinden oder unter einer Pflanzlampe stehen.

Letztere hat sogar den Vorteil, dass die jungen Pflänzchen durchweg mit genügend Licht versorgt werden, auch wenn die natürlichen Lichtverhältnisse, z. B. durch fehlenden Sonnenschein, nicht ganz so optimal sind, denn im Innenraum erhalten sie ohnehin etwas weniger Licht als unter freiem Himmel. Darüber hinaus sollte der Standort gut durchlüftet, aber vor Zugluft geschützt sein.

Welches Pflänzchen braucht was?

Wie bereits erwähnt, ist es halt nicht damit getan, dass man einen Topf mit Erde befüllt und Samen hinein legt. Unterschieden werden in der Pflanzenwelt nämlich

  • Lichtkeimer,
  • Warmkeimer und
  • Kaltkeimer.

Letztere kommen in der Regel nicht bei Kräutern und Gemüse vor – um die es in diesem Ratgeber geht – sondern vor allem bei Baumsamen, bestimmten Knollen oder den Zwiebeln der Frühblüher, die sich dann schon früh im Jahr durch den Schnee schieben.

So kalte Temperaturen würden viele unserer Kräuter- und Gemüsesämlinge niemals überleben.

Doch auch auf dem geschützten Fensterbrett haben sie ihre eigenen Vorlieben, die den Erfolg der späteren Ernte sichern. Das Einhalten dieser unterschiedlichen, artspezifischen Bedingungen ist für die Keimung sehr wichtig.

Bei Lichtkeimern, wie z. B. Basilikum oder Kopfsalat, sollte man tatsächlich die Samen nur auf die Erde legen und leicht andrücken, da sie Licht zur Keimung benötigen.
Es gehört zu den typischen Anzuchtfehlern, Samen von Lichtkeimern in der Erde einzugraben, obgleich sie Licht als Stimuli benötigen, um keimen zu können. Logischerweise führt ein “herkömmliches Aussäen”, so, wie es die meisten Leute denken, dann bei diesen Arten auch nicht zum Erfolg.

Dagegen mögen es die so genannten Warmkeimer – wie es ihr Sammelbegriff schon verrät – geschützt und warm. Um diese Bedingung zu erfüllen, gehören die Samen in die Erde.
Zu den Warm- oder auch Dunkelkeimern gehören die meisten Gemüsesorten, aber auch viele Kräuter und Blumen.

  • Unter warm ist in diesen Fällen eine Temperatur von mindestens +5 Grad gemeint.Viele fruchttragende Gemüsesorten, wie z. B. Tomaten, Chili oder Paprika, schätzen sogar Temperaturen von über 18 Grad.
  • Die Samen von Warmkeimern werden in die Erde gelegt, wobei gilt, dass sie desto tiefer in die Erde gehören, je größer sie sind.

Keimungsart und Tiefe der Aussaat

In Bezug auf Gemüse und Kräuter interessieren uns hier nur die Lichtkeimer und die Warmkeimer.
Stecken die Samen von Lichtkeimern zu tief in der Erde, keinem sie nicht aus. Bei ihnen genügt es, sie auf die Anzuchterde zu legen und nur ein wenig anzugrücken oder lediglich eine hauchdünne Schicht Erde darüber zu verteilen.

Genau das Gegenteil ist die Voraussetzung für den Erfolg beim Austreiben der Pflänzchen von Warmkeimern. Bei ihnen müssen die Samen in die Erde gelegt und bedeckt werden, denn zum Auskeimen benötigen sie die notwendige Wärme und Dunkelheit, die durch das Bedecken mit Erde gewährleistet wird.

Gießen und Feuchtigkeitshaushalt

Um den Keimungsimpuls zu starten, muss die Erde mit den darin bzw. darauf liegenden Samen gegossen und das Substrat gut feucht gehalten werden. Sind die Samen dann aufgegangen, kann das Gießen etwas reduziert werden, ohne die jungen Pflänzchen einem Trockenstress auszusetzen.
Es gilt aber als alter “Trick”, durch ein nicht allzu großzügiges Gießverhalten, das Wachstum und die Verstärkung der Wurzeln anzuregen.

Pikieren der Pflänzchen

Pikieren ist die fachliche – gärtnerische Bezeichnung für das Vereinzeln der Pflänzchen.
Das wird notwendig und macht Sinn, wenn die Samen alle gut aufgegangen sind, die Pflänzchen dicht bei dicht stehen und sich nun gegenseitig im weiteren Wachstum behindern.
Bestenfalls mit einem Pikier – Stab werden die Pflänzchen jetzt vereinzelt.
Jedem Pflänzchen wird dadurch mehr Platz zuteil, indem sie in ein Gefäß mit torffreier Erde gesetzt werden, wo sie sich nun in Ruhe weiter entwickeln und wachsen können, bis ihre Zeit reif ist, sie ins Freilandbeet zu pflanzen.

Was sollte beim Vorziehen von Pflanzen unbedingt beachtet werden?

Möchte man viel Freude an seinen Setzlingen haben, sollte man typische Fehler beim Vorziehen unbedingt vermeiden.
Zu denen wichtigsten Bedingungen zählen:

  • 1. nicht zu früh aussäen;
  • 2. keine zu hohe Temperatur im geheizten Zimmer;
  • 3. nicht zu wenig Licht auf der Fensterbank – Achtung: Vergeilung!;
  • 4. nicht die falschen Bedingungen für die jeweiligen Samen;
  • 5. fehlende “Starthilfe” bei schlechter Keimfähigkeit;
  • 6. von vornherein nicht zu dicht säen;
  •  7. nicht “die falschen Pflanzen” vorziehen.

Konkret bedeutet das, dass es

  • 1. kein Vorteil ist, die Samen zu früh auszusäen und die Pflänzchen dann lange im Haus zu lassen, weil die Bedingungen draußen noch nicht für das Auspflanzen genügen – die Pflänzchen aber eigentlich ins Freie gehören.
    Deshalb sollte die Zeit zwischen dem Säen im Anzuchttöpfchen (indoor) und dem Pflanzen ins Freibeet (outdoor) relativ kurz bzw. artentsprechend gehalten werden.
  • 2. Meistens bekommen die Pflänzchen dann zu viel Wärme im geheizten Zimmer, was sie zum “Hochschloddern” bringt – d. h., die Pflänzchen beeilen sich, zu wachsen, weil ihnen bereits Sommer suggeriert wird.
    Dafür fehlt diesen jungen Pflänzchen aber noch die Kraft. Sie wachsen demnach viel zu schnell, sind sehr dünn, knicken um und sind im Prinzip unbrauchbar und für ein späteres Auspflanzen kaum geeignet.
  •  3. In diese Richtung gehen auch die falschen Lichtverhältnisse. Drinnen ist nicht draußen. Und auch wenn wir glauben, dass die Pflänzchen ja im Fenster stehen, kann das für diese tatsächlich oft zu wenig Licht bedeuten. Immerhin ist es noch recht früh im Jahr und in unseren Breiten wird es in diesen Monaten relativ spät hell und relativ früh dunkel.
    Dazu kommt oft trübes, sonnenarmes Wetter. Wenn das ausgewählte Fenster jetzt nicht prinzipiell gute Lichtverhältnisse bietet, wie z. B. ein Süd – oder ein Südost – Fenster, brauchen die Pflänzchen künstliches Pflanzenlicht, um nicht zu vergeilen.
    Unter “Vergeilen” versteht man genau das, was bereits als ein Problem unter Punkt 2 genannt wurde.
    Die Pflänzchen wachsen sehr dünn, schwach und gelblich in die Höhe.
    Mit den modernen, energiesparenden LED – Pflanzenlampen kann man diesem Problem entgegen wirken und den Pflänzchen helfen, sich gut zu entwickeln.
  • 4. Wenn von den falschen Bedingungen die Rede ist, geht es nicht immer nur um die Standortbedingungen, die Anzuchterde oder ähnliche Voraussetzungen, sondern um die bereits erwähnte Unterscheidung, ob es sich bei den künftigen Pflänzchen um Lichtkeimer, Warmkeimer oder Kaltkeimer handelt. Werden die Samen falsch gesäet, keimen sie schlicht nicht aus.
  • 5. Manchmal ist es aber zusätzlich notwendig, den Samen eine kleine “Starthilfe” zum Keimen zu geben. Das trifft z. B. auf Sellerie zu.
    Sellerie hat eine relativ kurze Keimfähigkeit. Es wundert daher meist nicht, dass die Samen einfach “nicht reagieren”.
    Möglich ist, dass die Samen zu alt sind oder aus irgendeinem Grund einfach nicht allein keimen können.
    Um dies zu überprüfen, könnte man versuchen, die Samen auf einem feuchten Wattebausch zum Keimen zu bringen. Oft hat das Erfolg.
    Andernfalls wird so zumindest ein vergebliches Warten auf das Auskeimen der Samen vermieden und man kann neue Samen versuchen, damit man in dieser Saison nicht gänzlich auf die gewünschten Pflänzchen verzichten muss.
  • 6. Die Samen sollten eigentlich generell nicht zu dicht oder lieblos im Haufen auf oder in die Erde gegeben werden, denn in der Regel entwickeln sich daraus kleine Setzlinge und für die wäre es immer ein Vorteil, wenn sie so wachsen könnten, dass sie sich nicht von Anfang an gegenseitig behindern oder gar umeinander wachsen müssen.
    Sehr viele Setzlinge werden zwar nach dem Auskeimen vereinzelt – also pikiert – damit sie besser wachsen und stabiler werden. Es gibt aber Arten, denen das Pikieren eher schadet. Dazu gehören alle Kürbisgewächse.
    Für diese Pflanzenfamilie bedeutet das, dass bereits die Samen in einzelne Anzuchttöpfchen gegeben werden sollten, in denen sie dann bis zu ihrer Pflanzung im Garten, ca. Mitte Mai, in Ruhe heranwachsen können.
  •  7. Darüber hinaus gibt es Pflanzen, denen ein Vorziehen nicht wirklich bekommt oder die zumindest keinem Vorteil daraus ziehen können.

Vielleicht scheint es ein wenig unverständlich, dass es Pflanzen geben soll, die die geschützte Umgebung beim Vorziehen nicht als gute Starthilfe empfinden könnten, doch es liegt weniger an den wohlingen Rahmenbedingungen als an der Tatsache, dass diese Pflänzchen nicht “umgepflanzt” werden wollen.

Zu ihnen gehört allen voran jegliches Wurzelgemüse, wie z. B. Möhren, Haferwurzel, Schwarzwurzel oder Pastinaken. Wurzelgemüse umzupflanzen, bedeutet deshalb nichts anderes, als es herauszureißen und das würde ihm nicht bekommen.

Diese Pflanzen sollten deshalb direkt ausgesäet und nicht in einem kleinen Töpfchen vorgezogen werden.

Bei aller liebevollen Mühe, die man sich gern mit den kleinen Pflänzchen macht, sei zudem dennoch immer auch zu beachten, dass man die Pflänzchen zeitnah ins Freie pflanzen sollte.
Pflanzen, die man im Mai in den Garten bringt, sollten unbedingt erst nach den so genannten “Eisheiligen” ins Freie, um nicht die ganze Mühe durch zu kalte Temperaturen und bisweilen Nachtfröste zu zerstören.

Um diese Umgewöhnung nicht ganz zu stark zu gestalten, sollte man aber generell bereits beim Vorziehen der Pflänzchen darauf achten, dass sie optimale Bedingungen erhalten, jedoch nicht zu sehr verwöhnt werden, um für den Umzug ins Freiland dann gut gewappnet zu sein.

Welche Pflanzen können vorgezogen werden?

Es ist prinzipiell möglich, die meisten Kräuter, Gemüse, Blumen, Mischkulturen etc. vorzuziehen, sofern es von ihnen Samen gibt.
Gerade bei vielen Gemüsesorten macht das Vorziehen nicht nur dahingehend Sinn, um die kleinen Pflänzchen so früh im Jahr vor der Kälte unter freiem Himmel zu schützen, sondern auch ganz praktisch, um für die eigene Nutzung die Erntezeit zu verlängern.

  • Die besonders empfindliche Startphase der frischen Aussaat bekommt auf diese Weise die Zeit, die Wärme und den Schutz, um bei noch unwirtlichen Außentemperaturen drinnen, im geschützten Bereich, auszutreiben und ins Leben zu starten.
  • Nicht alle Pflanzen müssen vorgezogen werden, bei anderen (z. B. Wurzelgemüse) sollte man es besser ganz bleiben lassen.
  • Darüber hinaus haben alle Sämlinge ihre Eigenheiten und möchten entsprechend ihrer Genetik behandelt werden.

Doch auch beim Vorziehen gibt es strikte Regeln, die zum Erfolg führen – oder eben nicht. Hier gibt es also einen durchaus relevanten Unterschied, ob man Kräuter, wie z. B. Rosmarin, Basilikum, Pfefferminze und Melisse vorzieht oder Gemüsepflanzen wie Zucchini, Tomaten und Gurken.

Wer demnach ein buntes Repertoire an vielen Sorten von Kräutern, Gemüse und allen anderen Pflänzchen heranzüchten möchte, sollte dies der Reihe nach tun, um wieder Platz auf dem Fensterbrett zu schaffen für weitere Kulturen, die man anschließend vorziehen möchte. Dafür eignet sich der Blick in einen Aussaatkalender, worin die bevorzugten Zeiten für das Vorziehen und die übliche Aussaat gelistet sind.

Liste der Pflanzen, die sich zum Vorziehen eignen und derer, welche eher nicht vorgezogen werden wollen

Zu den Pflanzen, die vorgezogen werden sollten, gehören die meisten Kräuter, sehr viele Gemüsesorten und die meisten Blumensorten.
Zu den Pflanzen, die nicht vorgezogen werden sollten, gehört beispielsweise das Wurzelgemüse. Bei anderen Pflanzen ist ein Vorziehen schlicht überflüssig, weil sie sehr schnell wachsen und daher direkt ins Freie gehören.

Kräuter, die vorgezogen werden sollen

  • Minze;
  • Rosmarin;
  • Thymian;
  • Salbei;
  • Estragon;
  • Oregano;
  • Bohnenkraut;
  • Gartenkresse;
  • Basilikum;
  • Kümmel;
  • Beifuß;
  • Kerbel;
  • Majoran;
  • Koriander.

Hier ist dringend zu beachten, welche der Kräutersamen zu den Lichtkeimern und welche zu den Warm- oder Dunkelkeimern gehören.

Werden Lichtkeimer in die Erde gelegt, keimen sie nicht aus. Das Gleiche gilt umgekehrt bei den Dunkelkeimern. Nur die wenigsten Kräuter sind Dunkelkeimer. Dafür finden sich hier vor allem die Gemüsesorten, die gerne vorgezogen werden.

Gemüse, das vorgezogen werden sollte

  • Gurken;
  • Tomaten;
  • Zucchini;
  • Physalis;
  • Paprika;
  • Chili;
  • Peperoni;
  • Auberginen u. a.

Eine Reihe von Pflanzen eignet sich nicht für das Vorziehen auf der Fensterbank. Zu ihnen gehören ganz besonders die Wurzelgemüse. Darüber hinaus lieben es aber auch andere Pflanzen, nicht vorgezogen zu werden.

Pflanzen, die nicht vorgezogen werden

  • Möhren;
  • Radieschen;
  • Mangold;
  • Bohnen;
  • Erbsen;
  • diverse Kohlsorten u. a.

Dill, Petersilie oder Schnittlauch möchten auch lieber direkt ausgesät werden und gedeihen bei einer Aussaat im Freien besser.

Möchte man diese Pflänzchen dennoch drinnen vorziehen, sollten sie zeitlich so ausgesät werden, dass man sie nach relativ kurzer Zeit – also nach ca. 1,5 bis 2 Wochen – draußen auspflanzen kann, weil die natürlichen Bedingungen für diese Pflanzen besser sind.

Außer bei Wurzelgemüse, das man mit seinen langen, verdickten Wurzeln nicht “umpflanzen” sollte, ist es jedoch kein Problem, Pflanzen, die nicht vorgezogen werden müssen, dennoch zunächst vorzuziehen und erst dann in den Garten zu bringen.

Was man noch über die Aussaat und das Vorziehen von Pflanzen wissen sollte

Es steht außer Frage, dass sich jeder Hobbygärtner nach den Wintermonaten freut, wenn das Leben wieder von Neuem erwacht.
Das sichtbarste Zeichen dafür ist das junge Grün in allen Formen – seien es die ersten Pflänzchen am Wegesrand oder die auskeimenden Samen daheim.
Kein Wunder also, dass es viele Gartenfreunde nicht erwarten können, recht schnell die ersten Pflänzchen auf der Fensterbank auszusäen und vorzuziehen.
Das ist jedoch kein Vorteil für die Pflänzchen – und auch nicht für den Gartenfreund, der enttäuscht sein müsste, wenn dies nicht zum Erfolg führt.

Die Pflänzchen, die im Innenraum vorgezogen werden, sollen nur vorübergehend diese Starthilfe erhalten, solange die Bedingungen draußen noch nicht passend sind.
Wer mit der ersten Aussaat Ende Februar beginnt, um die Pflänzchen Mitte Mai ins Freie zu bringen, ist auf der sicheren Seite.
Manche der Pflänzchen wachsen aber sehr schnell und würden das auspflanzbare Stadium viel früher erreichen. Diese Setzlinge können zwar prinzipiell auch vorgezogen werden, sollten aber zumindest nur kurz drinnen gedeihen.
Deshalb sagt man auch, dass sich diese Pflanzen weniger zum Vorziehen eignen.
Ein Problem bei Pflanzen, die nicht zu lange drinnen gehalten werden sollten, ist, dass sie durch die – für sie – nicht optimalen Bedingungen, schwächeln.
Ihre Blätter verlieren an Stabilität und wirken weich.
Das macht sie anfällig für den Befall mit Parasiten wie z. B. Läuse und Milben, für Schimmel sowie für schädliche Umwelteinflüsse. Sie werden dadurch oft krank.

Auspflanzen im Garten

Wenn die Keimblätter und die ersten “richtigen” Blättchen sichtbar sind, wird es Zeit, sie ggf. zu vereinzeln, also zu pikieren – falls die Samen nicht ohnehin spärlich verteilt wurden.
Nun wachsen die Pflänzchen schneller, weil sie mehr Platz haben, sich zu entfalten.
Sind die jungen Pflänzchen dann kräftig genug, können sie nach draußen gebracht und dort eingepflanzt werden.
Mitunter lohnt es sich, in den Tagen zuvor, die Pflänzchen Stück für Stück zu entwöhnen und quasi etwas abzuhärten.

Nach all der Mühe – die Ernte

Frisches Biogemüse oder frische Biokräuter ernten zu können, gehört wohl zu den schönsten Erfolgen eines jeden Hobbygärtners.
Es war zwar mehr Mühe als der schnelle Griff zum Gemüseregal im Supermarkt, doch die Frische schmeckt man deutlich heraus und sie ist mit vorbehandelten Pflanzen, die einen langen Transportweg hinter sich haben und x-fach umgepackt wurden, und auch im Markt selbst so manche Strapazen durchmachen mussten, nicht zu vergleichen.
Es wird sicher keinem Hobbygärtner entgehen, zu sehen, wann sein liebevoll gepflegtes Gemüse oder seine leckeren Gartenkräuter erntereif zum Verzehr bereit sind.